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Fassadenbrandgefahr in Hamburger Hochhaus – Bewohner durften bleiben

Grenfell Tower Fassadenbrand mobile Brandmeldeanlage

„Die Fassade dieses Hochhauses muss saniert werden – Die Gefahr für die Bewohner ist zu hoch“ so hieß es im letzten Oktober im Hamburger Stadtteil Lurup. Eine Nachricht mit der der Eigentümer nicht gerechnet hatte. Auslöser zur Prüfung der Fassade war der Brand im Grenfell Tower – London, bei dem über 70 Menschen ums Leben kamen…

Bei einem Hochhaus im Hamburger Stadtteil Lurup wurde feuergefährliches Material in der Fassade gefunden, nachdem die Stadtentwicklungsbehörde in Folge der Katastrophe in London eine Brandschutzprüfung sämtlicher Hochhäuser in Hamburg veranlasst hat und die Wohnungsbaugenossenschaft Altoba (Altonaer Spar- und Bauverein) als eine der wenigen Wohnungsgenossenschaften dieser Auflage nachkam.

Hiervon betroffen waren insgesamt 171 Wohnungen und deren erschrockene aber verständnisvolle Mieter – Denn man bedenke, andere Eigentümer haben bis heute ihre Hochhäuser nicht auf diese Gefahren geprüft und belassen damit ihre Bewohner und Mieter bis heute im Unklaren über deren Sicherheit. In der Fassade des Luruper Hochhauses wurden bei der letzten Sanierung Dämmplatten aus Holzfasern verbaut, die selbst während des Baus im Jahre 1969 nicht den damaligen Brandschutz-Vorschriften entsprachen. Eine Gefahr für Personen- und Sachwerte, sollte sich die Fassade ähnlich wie in London entzünden.

 

„Die Bewohner müssen evakuiert werden – es sei denn es gibt eine andere Lösung“

Diese andere Lösung gab es. Schon kurz nach der schlechten Nachricht über die Fassadensubstanz stand eine Evakuierung der Bewohner nicht zur Debatte. Nach den ersten Anfragen bei den Firmen für die Fassadensanierung war klar, eine Sanierung nimmt ca. 6-7 Monate in Anspruch. Eine Umsiedlung der knapp 400 Bewohner inkl. Hausstand in umliegende Hotels und provisorische Unterkünfte, in einem Zeitraum von weniger als 7 Tagen, war einfach unmöglich zu bewältigen. Zusätzlich zu den Kosten der Sanierung wären noch Kosten für die Umsiedlung, die Unterkünfte der Hotels und weitere auf die Altoba zugekommen. Aber auch die Zumutungen an die Bewohner wären enorm gewesen. Eine Alternative musste her. Eine Alternative, die schnell umsetzbar, sicher und vor allem von den Behörden und Brandschutzexperten abgenommen werden kann.

Um einen ersten Austausch zu starten und in den Dialog mit der Altoba und dem Brandschutzbüro Wackermann zu gehen, traf man sich kurzerhand in den Räumlichkeiten des Luruper Hochhauses, um die Sachlage zu besprechen.

Wenn man sich so intensiv in so kurzer Zeit mit einem solchen Problem auseinandersetzen muss, so wie es die Altoba und das Büro Wackermann machen mussten, dann können schnell innovative Lösungen auf den Tisch kommen über die vorher niemand nachdachte. Eine mobile Evakuierungs- und Brandmeldeanlage, die nicht nur vollumfänglich nach EN54 zertifiziert ist, sondern auch eine Fülle an Funktionen bietet, die man sonst nur aus der festinstallierten Brandmeldewelt kennt. Zusätzlich eine ständig besetzte Stelle im Pförtnerhaus des Hochhauses, damit im Alarmfall eine zertifizierte Fachkraft entscheidet, was getan werden muss. Das klang nach einem soliden Plan.

 

„Häufig scheitert die Umsetzung an der zeitlichen Machbarkeit“

Den Auftrag zur Umsetzungen dieses Plans erhielten wir von der Altoba Mitte Oktober 2017. Nach Absprache mit dem Brandschutzplaner, den Behörden und der Altoba, mussten noch die Bewohner in diesen Plan eingeweiht und einbezogen werden. Schließlich ging es um ihre Sicherheit. Bei einer spontan einberufenen Mieterveranstaltung wurde den Bewohnern des Hochhauses die Problematik erklärt und das mobile Brandmeldeanlagen- und Evakuierungssystem WES vorgestellt.

In jeder Wohnung sollte eine Brandfrüherkennung und zusätzlich eine Evakuierung über akustische und optische Alarmgeber stattfinden. Denn die Gefahr des Entstehungsbrands lag nicht an der Fassade selbst, sondern in den Wohnungen der Mieter. Laut Statistik des Feuerverbandes lag die Anzahl der Brandeinsätze in Deutschland 2015 bei über 150.000 Stück.

Nach der Freigabe der Altoba zur Umsetzung der Pläne vergingen keine sieben Tage, bis über 98% aller Wohnungen sowohl mit mobilen Rauchmeldern als auch akustischen und optischen Alarmgebern ausgestatten waren. Insgesamt umfasste unsere mobile Brandmeldeanlage ein System von über 350 Meldereinheiten bestehend aus Rauchmeldern, Alarmgebern und einer Basisstation. Die Montage erfolgte im gleichen Atemzug wie der 1:1 Test und die komplette Dokumentation und Nummerierung der Melder. Eine Einzelmelderkennung mit frei wählbarer Nummernvergabe war neben der kompletten EN54 Zertifizierung und VdS-zertifizierten Komponenten ein entscheidender Faktor für die Feuerwehr.

 

„Installation, Betrieb, Demontage“

Nach sieben Monaten im gefühlten Schichtbetrieb der Fassadensanierung, ging das Projekt dem Ende entgegen. Im Mai 2018 konnte innerhalb von vier Tagen unsere mobile Brandmeldeanlage Stück für Stück außer Betrieb genommen und demontiert werden. Zusammenfassend kann man sagen, der Einsatz unseres mobilen Evakuierungs- und Brandmeldesystems als Übergangslösung hat sowohl den Mietern als auch dem Vermieter jede Menge Zeit, Nerven und Kosten erspart und dazu noch die Sicherheit im gesamten Gebäude aufrechterhalten. Die Kosten für die Miete der mobilen Brandmeldeanlage betrug am Ende nur einen Bruchteil dessen, die für eine Umsiedlung und die Schaffung von Wohnflächen für die Bewohner angefallen wäre.

Mit unserem aktuellen WES Produktportfolio und der ständigen Weiterentwicklung unserer Produkte, schaffen wir Raum für neue Lösungsansätze auf der Baustelle, während Umbauarbeiten und Sonderfällen wie im Projekt Hamburg Lurup.

Hierbei bieten wir alles aus einer Hand, von der Planung über die Logistik und Montage bis hin zur Wartung und Instandhaltung.

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    Ole Richter
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