A/B Verkabelung, Leitungsnetz und End-of-Line

Leitungsnetz, A/B Verkabelung und End-of-Line in der Sprachalarmierung. Kein Punkt beim Thema Sprachalarmierungsanlagen (SAA) nach DIN VDE 0833-4 wird so detailliert besprochen, wie der Punkt der Leitungsverlegung in Funktionserhalt (E30) und alles rund um das Thema A/B Verkabelung. Um die Ausfallsicherheit zu erhöhen und im Brandfall eine höchstmögliche Standzeit der Leitungen und damit der Alarmierung sicherzustellen, muss die Leitungsinstallation und die damit verbunden Forderungen aus der LAR mit größter Sorgfalt betrachtet werden.

Für Planungsbüros, Errichter und Konzeptverfasser die über mehrere Bundesländer geschäftlich aktiv sind ist der Föderalismus täglich spürbar. Die Musterleitungsanlagenrichtlinien werden durch die ARGEBAU bundesweit erlassen und dann in die LAR (Leitungsanlagenrichtlinien) der einzelnen Bundesländer entweder komplett/gleichlautend oder mit weiteren ergänzenden Anforderungen übernommen. Die Aktualisierung der Leitungsanlagenrichtlinien in den einzelnen Bundesländer muss nicht zwingend mit einer möglichen Aktualisierung der MLAR einhergehen und somit können die Bundesländer verschiedene Versionsstände der MLAR für ihre eigenen Leitungsanlagenrichtlinien als Grundlage nutzen. Hierauf ist zwingend zu achten, da die Abweichungen gravierend sein können und bei nicht korrekter Anwendung auch schon Mal zu einem physikalischen Umbau in der bereits bestehenden Gebäudestruktur führen kann.

A/B Verkabelung für Sprachalarmierungsanlagen nach DIN VDE 0833-4

Schon während der Planungsphase sollte die geforderte Verkabelung eine wichtige Rolle spielen, da die Verkabelung einen erheblichen Anteil an den aufgerufenen Budgets verzeichnet. Bei Sprachalarmierungsanlagen ist oftmals die Rede von einer A/B Verkabelung - aber wo wird definiert und festgelegt ob eine A/B Verkabelung notwendig ist oder E30 Funktionserhalt ausreicht? Muss gegeben falls auch beides angewandt werden?

Diese Fragen sollten schon in der Konzeptphase beantwortet werden und können es bei korrekter Ausführung dieser Phase auch. Den größten Einfluss auf deren Beantwortung hat die Festlegung der notwendigen Sicherheitsstufe, welche wir in einem vorherigen Kapitel betrachtet haben. Durch die Vorgabe der Sicherheitsstufe, kann eine exakte Auslegung der Leitungsinstallation und der anzuwenden Beschallungslösung definiert werden.

Praxisbeispiel bei der Forderung einer Sprachalarmierungsanlage nach DIN VDE 0833-4 Sicherheitsstufe II (2) und A/B Verkabelung:

Die normativen Forderungen verlangen, dass das Auftreten eines einzelnen Fehlers im Übertragungsweg (Leitungsweg) oder der Ausfall eines einzelnen Verstärkers, nicht zu einem vollständigen Ausfall des Alarmierungsbereiches führen darf. Es darf bei einem einzelnen Fehler lediglich zu einem Abfall des STI-Wertes auf 0,45 kommen, um die Sicherheitsstufe II (2) einer Sprachalarmierungsanlage zu erfüllen. Hierbei kommt in der Praxis die A/B Verkabelung zum Einsatz. Mit einer A/B Verkabelung wird das Risiko eines kompletten Ausfalles des Bereiches auf ein Minimum reduziert.

Wie auf der obigen Grafik zu sehen, wird Lautsprecher 1 über Kabel 1 mit Verstärker 1 verbunden. Lautsprecher 2 wird über Kabel 2 mit dem Verstärker 2 verbunden, Lautsprecher 3 wieder über Kabel 1 an Verstärker 1 usw. Bei einem einfachen Fehler, bleiben somit in der Theorie die Hälfte der Lautsprecher in Betrieb – wenn die Leitungsinstallation und das Anlagenkonzept aufeinander abgestimmt und umgesetzt sind.

 

E30 Funktionserhalt

Für Sprachalarmierungsanlagen nach DIN VDE 0833-4 oder ggf. für Elektroakustische Notfallwarnsysteme nach DIN VDE 0828, mit denen im Notfall eine akustische Alarmierung von Personen oder Evakuierung von Gebäuden veranlasst wird, ist die Anforderung an den Funktionserhalt in der DIN 4102 Teil 12 geregelt.

Die Richtlinien herausgegeben von der ARGEBAU über brandschutztechnische Anforderungen an die Leitungsanlagen, sind in ihrer jeweils gültigen Fassung als technische Baubestimmung auf der Grundlage der Landesbauordnungen zu beachten.

Der Funktionserhalt gilt für die Leitungswege (inkl. Befestigungsmaterial) die bei einer Brandeinwirkung für eine festgelegte Zeit funktionsfähig bleiben müssen. Die Funktion der Kabel darf nicht durch einen Kurzschluss oder eine Unterbrechung gestört werden.

Diese Anforderung stellt einen hohen Anspruch an die Ausführung der Leitungswege sowie an die verwendeten Materialien für die Kabelisolierung und Befestigung. Leitungswege die in Funktionserhalt ausgeführt sind werden durch einen orangefarbigen Mantel sowie durch einen, in Abständen wiederholten, Textaufdruck gekennzeichnet. Bei der Auswahl der Installationswege muss darauf geachtet werden das im Brandfall keine berstenden oder auch herabfallenden Gegenstände das Leitungsnetz beschädigen können. In kritischen Umgebungsbereichen sollte eine andere Leitungsführung ausgewählt oder die Leitung durch geeignete Maßnahmen geschützt werden.

 

Welche Leitungen sollten in E30 ausgelegt sein?

  • Zuleitungen in die jeweiligen Brandabschnitte
  • Durchführungen in andere Brandabschnitte
  • Steuerleitung zwischen der Brandmeldezentrale und der Sprachalarmierungszentrale
  • Zuleitung der Feuerwehrsprechstelle
  • Lautsprechersteigeleitungen
 

End-of-line-Modul (EOL Modul) bei Sprachalarmierungsanlagen

End-of-line-Modul (EOL Modul). Ein weiteres wichtiges Thema im Bereich der Sprachalarmierungsanlagen nach DIN VDE 0833-4 ist die Linienüberwachung. Die Linienüberwachung kann je nach technischer Merkmale der eingesetzten Zentraltechnik über verschiedene Funktionen erfolgen. Eine der Möglichkeiten ist der Einsatz von sogenannten End-of-line-Module (EOL) am Ende der Lautsprecherleitungen. Dabei können die End-of-line-Module (EOL) an verschiedenen Orten, aber in der Regel hinter dem letzten Lautsprecher positioniert und verbaut werden. In der Praxis werden die End-of-line-Module oftmals im oder in der Nähe des Zentralschrankes installiert, um bei Wartungsarbeiten oder im Störungsdienst einen schnellen Überblick über den Leitungszustand zu haben.

Der Einsatz von EOL Modulen hat im Vergleich zur einfachen Impedanzmessungen einen enormen Sicherheitsvorteil, da eine permanente und durch von physikalischen Einflüssen weniger anfällige Überwachung möglich ist.

Jetzt
Unterlagen
anfordern >


Oder rufen Sie uns an:
+49 40 727397-630



    Ihre Angaben werden ausschließlich zur Erfüllung Ihrer Kontaktaufnahme verwendet. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.